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Im Jahre 1951 begann der in Luxemburg gebürtige Fotograf und Kurator Edward Steichen zusammen mit dem im Mai 2013 verstorbenen Fotografen Wayne Miller für das Museum of Modern Art (MoMA) in New York eine eindrucksvolle Sammlung fotografischer Werke zusammenzustellen, die das Leben der Menschheit nach dem 2. Weltkrieg dokumentieren sollte.

Edward Steichen
Edward Steichen

Die Ausstellung sollte sich als Manifest für den Frieden und die fundamentale Gleichheit der Menschen präsentieren. „The Family of Man“ zeigt ein umfassendes Porträt der Menschheit in 37 Themen, darunter Liebe, Glaube, Geburt, Arbeit, Familie, Kinder, Krieg und Frieden.

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Es war eine Herkulesarbeit, die sich Steichen aufbürdete. Aus 2 Millionen Aufnahmen (an anderer Stelle wird von der doppelten Anzahl ausgegangen) wählte er zuletzt 503 Fotos aus, die die humanistische Fotografie der Nachkriegszeit dokumentierte. Dabei wurden natürlich Werke all jener großen Fotografen in die Sammlung übernommen, denen heute jeder engagierte Straßenfotograf mit mehr oder weniger Erfolg nacheifert. Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, Dorothea Lange, Robert Doisneau, August Sander, Robert Frank, Irving Penn oder Ansel Adams sind nur wenige berühmte Namen, die im MoMA mit nur jeweils wenigen Aufnahmen vertreten waren. Insgesamt hat Edward Steichen 273 zum Teil unbekannte Fotografen aus 63 Ländern berücksichtigt. Und jeder einzelne hat auf seine Art großartige Dokumente abgeliefert, die auch heute in Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen, Vertreibung und Diskriminierung nichts von ihrer Eindrücklichkeit verloren haben. Die Bilder, die durch die 37 vorgegebenen Themen wirklich unser Leben in seiner ganzen Vielfalt zeigen, schicken doch nur eine einzige Botschaft aus: „Hört endlich auf, euch die Köpfe einzuschlagen! Wir haben nur diese eine Welt!“ Könnte eine Fotopräsentation aktueller sein?

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Es gibt wohl keine Ausstellung, die je von mehr Besuchern gesehen wurde. Zehn Millionen Menschen haben sie gesehen. Sie sind nicht alle nach New York gekommen, sondern, im Gegenteil, die Ausstellung ist zu ihnen durch die gesamte Welt gereist. In mehr als 150 Museen war sie zu Gast. Und einige dieser Bilder haben inzwischen an Bord zweier Voyager Sonden unser Sonnensystem verlassen.

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Seit 1994 hat die Ausstellung nun im Schloss Clervaux im Norden Luxemburgs (Ardennen) ihre endgültige Heimat gefunden.

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Hier wurden die Bilder, die auf ihrer langen Tour rund um die Welt stark gelitten hatten, in mühevoller Arbeit (2000 Personenstunden) restauriert. Seit 2003 gehört „The Family of Man“ in das UNESCO Weltdokumentenerbe.
Nach der notwendigen Restaurierung sowohl der Bilder als auch der Ausstellungsräume im Schloss ist „The Family of Man“ seit 2013 nun wieder im Château Clervaux zu sehen.

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Die beeindruckende Präsentation der Bilder wird durch eine sehr moderne individuelle Führung mit Hilfe eines „tablet-computers“ zu einem wirklich Erlebnis, das die Reise in die Ardennen zu einem lohnenden Ausflug werden lässt.

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Quellen: Veröffentlichungen des Château Clervaux | Wikipedia

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