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Das war schon eine tolle Sache, mit einem Oldtimer-Bus von Düsseldorf Wittlaer bis auf den Burgplatz in der Düsseldorfer Altstadt gefahren zu werden.
Mit einigen Freunden war ich eingeladen, diese Fahrt mit einem Büssing aus dem Jahr 1929  zu unternehmen. Die Rheinische Bahngesellschaft AG (Rheinbahn) in Düsseldorf hatte einen völlig herunter gekommenen „Schrotthaufen“ , nämlich diesen alten Bus (ohne Aufbauten) entdeckt und sich zugetraut, ihn wieder weitgehend originalgetreu herzurichten. Ursprünglich gehörte der Bus schon mal der Rheinbahn, war dann aber an die Berliner Verkehrsbetriebe abgegeben worden, die ihn zu einem Kranwagen umgebaut hatten.
Fünf Jahre hat es gedauert, bis die Werkstätten der Rheinbahn mit der tatkräftigen Unterstützung des Vorstands, eines Projektleiters und vieler Azubis das Fahrzeug in die heutige Form gebracht hatten. Auch der TÜV stand bei entscheidenden Aufbauphasen mit Sachverstand zur Verfügung. Dabei waren kaum Originalzeichnungen vorhanden. Der Aufbau gelang nur nach umfangreichen Recherchen und mit Hilfe von Archivfotos. 2006 war es dann endlich soweit: Wie Phönix aus der Asche erstrahlte der „neue“ Oldtimer.

Einige technische Daten:

Marke: Büssing (Braunschweig) (heute MAN)
Baujahr: 1929
Fahrgestell: 3-Achser
Motor: 6-Zylinder Reihenmotor; Hubraum 10 Liter;
Kraftstoff: Benzin (kein Diesel); Verbrauch: ca. 80 Liter/100km!;
Leistung: ca. 80 PS
Höchstgeschwindigeit ca. 40km/h
Getriebe: 4-Gang unsynchronisiert. Nur Aufwärtsschaltung möglich!
Bei zu hoher Gangwahl vor Steigungen muss der Bus angehalten werden, neu anfahren und in den richtigen Gang geschaltet werden.
Bremsen: Trommel nur auf die Hinterräder, Vorderräder ungebremst. Motorbremse mittels Lederriemen, der die Schwungscheibe abbremsen muss.

Der Bus wird grundsätzlich mit Fahrer und Beifahrer bewegt. Aufgrund des großen Wendekreises muss dem Nachfolgeverkehr an Straßenkreuzungen mit Flaggen signalisiert werden, wenn der Bus abbiegt. Schalten, kuppeln und lenken sind reine Kraftakte. Im heutigen Straßenverkehr wäre es fast undenkbar, dieses Gefährt zu bewegen. Dennoch hat die Stadt Fürth vor einigen Jahren die Eigentümer solcher Oldtimer für einen Tag eingeladen, den Linienverkehr in der Stadt zu übernehmen. Der Phönix aus Düsseldorf war damals eindeutig der Star dieser Veranstaltung.

Quelle: Rheinbahn

Im Folgenden einige Fotos von Bus und Fahrt:

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Fahrer und Beifahrer sind zum Betrieb des Busses unbedingt nötig.

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Der TÜV verlangte, dass die Lampe im Richtungszeiger blinkt und nicht nur leuchtet, wie es im Original vermutlich der Fall war.

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6-Zylinder Benzin-Reihenmotor mit 10 Litern Hubraum. Bei einem Verbrauch von 80 Litern auf 100 km ist es ratsam, Ersatztanks dabei zu haben.

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Nur die Hinterräder werden mit Trommeln gebremst.

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Natürlich stand Phönix auch schon am frühen Morgen im Mittelpunkt touristischen Interesses.

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Alle Fotos und Text © Frieder Zimmermann

 

 

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