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 Eine der interessantesten Ausstellungen rings um das Foto ist derzeit im Vorfeld der Photokina in Köln zu sehen. Vom 19. August bis zum 03. Oktober zeigt Markus Schaden, ein ehemaliger Kölner Fotobuchhändler in Köln Mülheim in einer alten Fabrikhalle der Carlswerke sehr viel über die Konzeption von Fotobüchern. „Nicht das Einzelfoto, das Fotobuch als Ganzes ist das Kunstwerk“ so zitiert der WDR Markus Schaden in einem Interview. „Bildauswahl und Reihenfolge spielen dabei ebenso eine Rolle wie Bildgröße und Anordnung“. Ich kenne Markus Schaden noch aus der Zeit, als er in unmittelbarer Nähe des Doms seinen Fotobuchladen hatte, in dem ich so manche halbe Stunde verbracht habe und über die Vielfalt der Motivthemen staunte, die ihren Weg in diese unglaublichen Bücher gefunden haben.

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Selbst, wenn man sich nicht für Fotografie interessiert, ist die Ausstellung in der alten Kupferhalle der Carlswerke sehenswert. Hier hat die praktische Improvisation einfach System. Was läge näher, als Überseecontainer in Ausstellungsräume zu verwandeln, wenn man sowieso die Absicht hat, das PhotoBookMuseum nach 46 Tagen auf Reisen gehen zu lassen?

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Transportpaletten werden zu Tischen umfunktioniert. Darauf liegen Fotobücher aus den Jahren von 2007 bis 20014,  in denen man nach Herzenslust blättern kann und so auch wieder ein haptisches Erleben hat. Man ist geradezu erleichtert,  Fotos nicht nur am Bildschirm sehen zu müssen. Wohl ca. 30 Einzelpräsentationen von Büchern namhafter Fotografen aus der ganzen Welt ziehen einen in den Bann.

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Als besonders eindrucksvoll, aber nur als pars pro toto, hebe ich hier das Buch 990 FACES von Hans Jürgen Raabe hervor. Interessant ist auch ein Container der Fachhochschule Dortmund. Er zeigt das Ergebnis eines Seminars „Buchlabor“, das zum Ziel hatte, bereits gedruckte Bücher zu analysieren, sie neu zu gestalten, um sie vielleicht eindrucksvoller zu machen (das Buch als Gesamtkunstwerk).

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Ein Highlight – für jeden Kölner sowieso – ist im Keller der Halle die Ausstellung der Fotos aus dem letzten Buch des Kölner Fotografen Chargesheimer „Köln 5 Uhr 30“, in dem er die damaligen Straßen Kölns morgens um 5 Uhr 30 fotografiert hat. Straßenfotografie ohne Menschen. Die großflächigen Drucke ziehen den Betrachter in die Straßen Kölns.

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Und wenn man sich dann zu guter Letzt nach einigen Stunden des Staunens noch ein Bier oder einen Wein gönnen will, ist man an der Bar des „Lehmitz Cafés“ willkommen. Es ist eine wunderbare Rekonstruktion des berühmten Cafés auf der Reeperbahn in Hamburg, das so nachdrücklich von dem Fotografen Anders Petersen portraitiert wurde. Man sollte sich den Besuch dieser Ausstellung wirklich gönnen.

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