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Es zeugt schon von wenig Realitätssinn der PEGIDA Anhänger, in einer Stadt, die Heinrich Böll als Ehrenbürger verehrt und die Bewegung „Arsch huh“ auf den Weg gebracht hat, auf viele Mitläufer ihrer dumpfen Parolen zu hoffen. Gestern, am 5. Januar 2015, mussten 300 bis 500 Aktivisten ihre Schilder einpacken und die schwarz-rot-goldenen Fahnen frustriert einrollen, als sie sich einigen tausend  Kölnern gegenüber sahen, die ihnen den Weg in die Stadt versperrten und nicht gewillt waren, auch nur einen Millimeter zurück zu weichen. In Köln ist jeden Tag Karneval, sagt man. Man singt kölsche Lieder und nimmt nichts so furchtbar ernst. „Et kütt wie et kütt“, sagt man hier und „et hätt noch immer joot jejange“. (Für Nicht-Kölner: Es kommt, wie es soll und es ist noch immer gut gegangen.) Gestern war es anders: Da standen sie mal ohne große Gesänge, ruhig, massiv und entschlossen, Respekt, Mitgefühl und Toleranz zu verteidigen.

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Nur als der Domprobst Feldhoff seine Ankündigung wahr machte, das Licht am Dom abzuschalten, brannte der Beifall kurz auf.

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Und er war nicht der einzige. Auch alle anderen wunderschönen romanischen Kirchen waren unbeleuchtet, das Rathaus, alle Brücken über den Rhein, das Museum Ludwig blieben dunkel. Köln bot PEGIDA keine Kulisse. Ein ungewohnter Blick auf unsere Stadt. Nach zwei Stunden war der Spuk vorbei. Die Kölner Polizei bedeutete den Organisatoren, dass sie nicht gewillt sei, gegen die massive Blockierung unverhältnismäßig vorzugehen. Man möge sich bitte auflösen.
Und vom dunklen Dom begannen die Glocken zu läuten!

(PEGIDA = Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes)

 

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