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Wir hatten uns gefreut. Sich mal wieder ein Musical anzusehen und zu hören, es könnte ein schöner Abend werden. Bodyguard live on stage, war der Film mit Whitney Houston und Kevin Costner nicht großartig?

Der Film ja, aber was im Kölner Musical Dom geboten wurde, war unterirdisch schlecht. Wir wussten nicht, was am schlimmsten war: die Lautstärke, die schauspielerische Leistung, die Stimmen? Bis an die Schmerzgrenze wurde die Verstärkeranlage aufgedreht, das Abdomen mit Leber, Niere, Blase und Darm wurde durch die Bassreflexboxen in heftiges, tieffrequentes Zittern versetzt. Der Schalldruck auf den Ohren war für Nicht-Disco-geschädigte Hörorgane nur durch sofortiges notdürftiges Verschließen mit Händen und Zeigefingern zu ertragen, was nach einer halben Stunde dann auch noch die Sitzposition unerträglich machte.

Wer sich auf eine ähnlich weiche Stimme wie die der Whitney Houston gefreut hatte, wurde durch ein knallhartes, etwas schrill klingendes Organ der Hauptdarstellerin enttäuscht, das durch den metallischen Klang eines E-Pianos gestützt wurde. Nicht besser war die Stimme der Schwester und im Duett war es dann völlig unerträglich. Nun stehen ja weder bei Oper noch im Musical die schauspielerische Leistung im Vordergrund aber was in Bodyguard geboten wurde, erinnerte dann schon sehr an die gut gemeinten Bemühungen einer Realschule. Wobei die Realschule mit einem Eintrittspreis von 5 Euro ein wirklich faires Angebot macht und sich keinesfalls der fahrlässigen Körperverletzung durch zu hohe Lautstärke schuldig macht. Wenn Sie mich fragen, gehen Sie lieber für 84 Euro pro Person in einem tollen Restaurant essen. Davon gibt es ja genug in Köln. Wir jedenfalls haben die Vorstellung nur bis zur Pause ertragen.

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