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Wenn man das Viaduct von Millau sehen will, hat man von Köln aus eine weite Autofahrt vor sich. Der kürzeste Weg geht durch die Eifel nach Luxemburg, weiter nach Lothringen, durch die Champagne und Burgund in die Auvergne. Wenn man in Clermont-Ferrand dann auf die Autobahn A75 nach Süden fährt, ist sie nicht mehr zu verfehlen, jene schlanke, gleichzeitig aber auch gewaltige Autobahnbrücke in der französischen Region Midi-Pyrénées. Sie überspannt das Tal der Tarn bei dem südfranzösischen Städtchen Millau. Millau war bis ins Jahr 2004 wohl der verkehrstechnische Albtraum aller Franzosen, die in der Ferienzeit aus der Gegend um Paris an die Mittelmeerküste rings um Montpellier wollten. 50 km lange Staus waren keine Seltenheit, um hier das Tal zu durchqueren. Dies ist aber seit Dezember 2004 vorbei. Le Viaduc de Millau ist derzeit (wohl noch) die höchste Autobahnbrücke der Welt. Als Schrägseilbrücke überspannt sie mit 7 Pylonen 2460 Meter. Die Fahrbahnhöhe liegt 270 Meter über der Talsohle. Wie aus einem Guss sehen sie aus, Betonpfeiler und Pylonen oberhalb der Fahrbahn. Konstruktiv bestehen sie aber aus zwei Teilen. Die Pylonen sind aus Stahlfertigteilen der Firma Eiffel Construction Metallique zusammen gesetzt, deren Gründung auf den Erbauer des Eiffelturms zurück geht.  Bis zur Pylonenspitze misst die Höhe 343 Meter und ist damit noch 19 Meter höher als das Wahrzeichen von Paris. Die Gesamtplanung lag bei dem französischen Bauingenieurbüro Michel Virlogeux. Als Architekt war Sir Norman Foster beteiligt. Um die ganze architektonische Schönheit dieser Schrägseilbrücke zu erfassen, ist man gut beraten, die Autobahn A75 vor der Mautstelle zu verlassen und auf schmalen Straßen in die Stadt Millau zu fahren. Auf dem Weg findet man die Stellen, an denen auch die Fotos in diesem Beitrag entstanden sind.

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Als kleine Randnotiz: Die Brücke ist 2 Wochen vor dem geplanten Eröffnungstermin für den Verkehr freigegeben worden. Die Baukosten lagen bei 400 Millionen Euro und wurden von der eigens gegründeten Firma Compagnie Eiffage du Viaduc de Millau vorfinanziert. Sie re-finanziert sich jetzt für 75 Jahre über die Brückenmaut. Danach gehen die Nutzungsrechte an den französischen Staat zurück, der sich dann aber noch über eine insgesamt 120 Jahre dauernde Garantie des Baukonsortiums freuen kann.

Na ja, die Elbphilharmonie scheint ja jetzt auch fertig zu sein und Berlin? – wozu braucht Berlin eigentlich einen Flughafen?

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