Schlagwörter

, , , , ,

Der Eine und die Andere werden sich noch daran erinnern. Auf Parties oder dem Weg zum Strand, irgendwo stand jemand mit einer Sofortbildkamera und zack, der Blitz machte einen fast blind und nach einigen Sekunden hielt man ein annähernd quadratisches Blatt in der Hand, auf dem sich nach 1-2 Minuten das eigene Konterfei entwickelte. „Oh wie blöd seh‘ ich aus“ oder „wie lustig“ dachte man, steckte das Bild ein und vergaß es in irgendeinem Bilderkarton zu Hause. Aber schon damals gab es ernst zu nehmende Künstler, die das Polaroid zu einem Medium eigenen künstlerischen Schaffens machten. Andy Warhol zum Beispiel.

Als ich auf der letzten Photokina in Köln war, tauchten sie wieder auf, diese Sofortbildkameras. Die Firma Fujifilm zeigte die Instax in knalligen Farben und für unterschiedliche Filmformate – ja und dann, ich traute meinen Augen kaum, auch Leica bot eine an, in drei verschiedenen Farben.

Sie benutzt ebenfalls den kleinen Instax-Film, sogar auch in einer s/w- Version. In der riesigen Leica-Gallerie auf der Photokina hatte man eine ganze Wand mit diesen kleinen Polaroids von bekannten Profifotografen dekoriert.

Als ich sie sah, stand mein Entschluss fest: Ich wollte diese Kamera haben. Es dauerte dann zwar noch ein halbes Jahr, um mich wirklich zum Kauf durchzuringen, aber inzwischen ist es soweit. Die ersten zwei Filme waren die reine Enttäuschung. Eine teure übrigens! Pro Bild sollte man einen Euro zurückgelegt haben. Enttäuschend waren die Bilder einfach deshalb, weil ich glaubte, ich könnte so ganz einfach bei den Motiven bleiben, die mich auch mit meinen anderen Kameras anzogen. Aber bei dieser Kamera gilt in ganz besonderem Maß das Wort von Robert Capa: „Ist ein Bild schlecht, warst du nicht nah genug dran.“ Nah genug heißt bei dem kleinen Instax-Format so etwas zwischen 60 cm und 1,50m. Das Bildformat beträgt 4,5 cm mal 6 cm. Landschaftsfotografen werden später nicht mehr viel von den Schönheiten der Natur erkennen können und Straßenfotografen, die gewohnt sind, ihre Zooms auszufahren, sollten gewarnt sein: Es gibt kein Zoom. Auch Photoshop hilft nicht weiter. Die Kamera liefert ein Positiv auf Instax-Papier. Das war’s dann auch schon. Der kreative Prozess setzt erst wieder danach ein, nämlich bei der Frage, wie präsentiert man eigentlich seine Polaroids?

Zum Abschluss noch eine letzte Warnung: „Polaroiden“ birgt Suchtgefahr in sich!  Aber wie man weiß, Sucht macht eben auch Spaß! Also nur Mut, „Polaroid your life!“

Advertisements