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Man hört, dass es wieder absolut IN ist, den guten alten Plattenspieler zu entstauben, die weißen Stöppsel aus den Ohren zu ziehen und dem wunderbaren Sound alter Vinyl-LP’s zu lauschen. Und, so hört man auch, in fast jeder größeren Stadt gibt es noch oder wieder Läden, in denen man die schönen Langspielplatten kaufen kann. Und wenn man sich dann wieder die alten Cover-Hüllen anschaut, die für die Älteren unter uns den ultimativen Kaufreiz für die Platten darstellten, dann wird man sich freuen, dass im MAKK (Museum für angewandte Kunst) in Köln eine neue Fotoausstellung mit Bildern von Norman Seeff zu sehen ist. Für die Leser meines Blogs, denen Norman Seeff nichts mehr sagt: Er ist weißer Südafrikaner aus Johannisburg, dem die damalige Apartheidpolitik so gewaltig gegen den Strich lief, dass er folgerichtig seine Ersparnisse zusammen klaubte und ein One-way-ticket über London nach New York löste. Es war nicht einfach für ihn als junger Notfallarzt mit künstlerischen Ambitionen Fuß zu fassen. Aber irgendwann hatte er es geschafft, als Amateurfotograf so eindrucksvolle Portraits auf den Straßen Manhattans zu schießen, dass die „richtigen“ Leute auf ihn aufmerksam wurden. Einer von ihnen war Andy Warhol. Es war wohl mehr Zufall, dass er einen ersten Auftrag aus der Musikindustrie bekam, nach Woodstock zu fahren, um dort das Cover für das neue Album  der Gruppe „THE BAND“ zu schießen. Den Auftrag versemmelte er qualitativ so gründlich, dass sein Auftraggeber das einzige Foto, das er mit nach Hause brachte, so genial daneben fand, dass es schon wieder Klasse war. Es war das erste faltbare Poster, das man einer LP beilegte. Was lernen wir daraus? Auch mit richtig schlechten Fotos kann man Karriere machen! Denn die startete sofort. Und er hat sie alle vor die Linse bekommen von den Blues Brothers bis Frank Zappa, von Tina Turner bis Mike Jagger und, und, und…
Alles zu sehen bis zum 8. März 2020 im MAKK in Köln.
Aus der Vernissage, zu der ich eingeladen war, hier einige Impressionen:
Zur Vergrößerung bitte auf das Foto klicken.

Quelle Ausstellungsheft