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Er hat diese Fotoausstellung noch selbst kuratiert, bevor er dann leider im September 2019 gestorben ist. Ich spreche von Peter Lindbergh, dem begnadeten Modefotograf, der von seiner Werkshow, die jetzt im Kunstpalast Düsseldorf zu sehen ist, selbst sagte:

„Als ich meine Fotos das erste Mal an der Wand im Ausstellungsmodell gesehen habe, habe ich mich erschreckt, aber auch positiv. Es war überwältigend, auf diese Art vor Augen geführt zu bekommen, wer ich bin.“

Wenn man ein Auge für Fotografie hat, kennt man seine Bilder, die sich so sehr von den farbigen Hochglanzfotos herkömmlicher Modemagazine unterscheiden. Lindbergh war an Mode selbst eher weniger interessiert. Ihn interessierte immer der Mensch hinter der schönen Fassade. Und das sieht man dann auch seinen fast durchweg schwarz-weiß fotografierten Models und Schauschpieler*innen an. Nie hat man den Eindruck, dass diese Bilder in einem Fotostudio entstanden sein könnten. Im Gegenteil die Straßenfotografie lässt grüßen.

Egal, ob in New York, Los Angeles, Paris, London oder eben doch in den Paramount Studios aufgenommen, stets ist es der Mensch, den man ungeschminkt in einer Umgebung wahrnimmt, die man vielleicht selbst schon so gesehen zu haben glaubt. Alle Bilder wirken wie zufällige Momentaufnahmen. Es ist das urbane Leben in diesen Metropolen, auch wenn dem normalen Menschen dann wohl eher selten eine Linda Evangelista, Nicole Kidman, Helen Mirren oder Naomi Campell begegnen. Ich weiß, die hardcore Straßenfotografen werden die Nase rümpfen und Fotos dieser Machart nicht als street photography akzeptieren. Sie seien inszeniert, werden sie sagen. Ich finde sie einfach nur großartig. Und das im wahrsten Sinn: Die Bilder werden in der Kunsthalle in Übergröße präsentiert. Manchmal hat man das Gefühl, nicht genügend Betrachtungsabstand gewinnen zu können, um den Eindruck dieser Ausstellung auf sich wirken lassen zu können. Sehenwert: Untold stories von Peter Lindbergh.