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Excellent photography must be printed. It must appear on paper, whether in books, in magazines or even better framed on walls at exhibitions. The images of the new magazine of TASC (The Analogue Street Collective) are in front of me. One cannot live up to them when you download the magazine from digital mass graves such as Flickr or others to screen them with one click per second through your computer or mobile devices. People who are younger than me may see it differently. In any case, I am very pleased as I have been looking at the pictures now for more than an hour and I absorb every single photo of the new magazine extensively, to try to capture the idea behind each picture, to recognize new perspectives or even to compare it with the ones that are familiar to me. And I’m sure it wasn’t the last time that I hold this marvelous master art of 328-pages printed on glossy paper in my hand. The very fact that all the photos were photographed exclusively on film might be a novelty for younger viewers. But, in the meantime, it occurs that many people seem to show more interest in the new traditional world of analogue photography again. This was reported to me a few days ago by the owner of my photo lab, with whom I have been working for many years.

This magazine No.4 consists of two parts. In the first part are some pictures of individual members of the Collective printed. In the more extensive larger part, 12 selected photographers document their photographic understanding of the world.

The connoisseur of „classical“ street photography will notice that a large number of the pictures shown have shifted from the very concrete view of Henry Cartier Bresson, Doisneau or Walker Evans to a more abstract view. Peter Schafer is just one example who preceded his pictures with the remarkable sentence „I love street photography. But I might hate it even more.“ For others, too, the focus is apparently no longer on perfection in terms of sharpness and exposure, but on conveying feelings and atmosphere. (Chet Bak, Rui Correia, Roberto De Mitri and others). It is also pleasing to see that the editor of the magazine, Lara Kantardjian, has expanded the street photography – to who the collective feels obliged to – into those areas in which humans do not appear as an indispensable element of street photography. You don’t see them, but you know that they are also in the invisible part of the happening. They have left their mark on roads, streets, buildings and the environment (some pictures by Anton Novoselov).

As in the previous magazines, there are also in this edition of Number 4 some abstracts where in the photographer along with his work are presented and described. My friend, Bernard Jolivalt, knew to tell a very amusing story where he managed more by chance to attend a press conference with the Argentinian writer Jorge Luis Borges. In order to take some pictures home, he would have needed a flash light due to the prevailing lighting, but he did not have it. You should read for yourself how he stole the necessary flash light from the attending reporters that were present.

The Analogue Street Collective No. 4, is a great deal of return on investment for the bookshelf at home.

Frieder Zimmermann / MD

Das Magazin Nr. 4 von The Analogue Street Collective (TASC) ist nun erschienen

Excellente Fotografie muss gedruckt werden. Sie muss auf Papier erscheinen, sei es in Büchern, sei es in Magazinen oder noch besser gerahmt an Wänden in Ausstellungen. Den Bildern, die ich in dem neuen Magazin des TASC (The Analogue Street Collective) vor mir liegen habe, kann man nicht gerecht werden, wenn man sie online aus digitalen Massengräbern wie Flickr oder anderen auf Computer-Bildschirme oder Handys lädt, um sie dann im Sekundentakt weiter zu klicken. Menschen, die jünger sind als ich, mögen es anders beurteilen. Ich jedenfalls freue mich, dass ich mir nun schon länger als eine Stunde Zeit nehmen konnte, um jedes einzelne Foto des neuen Magazins ausgiebig zu betrachten, zu versuchen, die Idee hinter jedem Bild zu erfassen, neue Sichtweisen zu erkennen oder auch mit Bekanntem zu vergleichen. Und ich bin sicher, dass es nicht das letzte Mal war, dass ich das 328 Seiten starke, auf Hochglanzpapier gedruckte Kunstwerk in der Hand halten werde. Allein schon die Tatsache, dass alle Fotos ausschließlich auf Film fotografiert wurden, mag für jüngere Betrachter ein Novum sein. Aber inzwischen werden es wohl immer mehr, die sich in die für sie neue aber traditionsreiche Welt der analogen Fotografie einarbeiten. Das jedenfalls berichtete mir vor wenigen Tagen der Besitzer meines Fotolabors, mit dem ich schon viele Jahre zusammenarbeite.

Das vorliegende Magazin Nr.4 besteht aus zwei Teilen. Im ersten sind einige Bilder der einzelnen zum Collective gehörende Mitglieder abgedruckt. Im weitaus umfangreicheren Part dokumentieren 12 ausgesuchte Fotografen ihr fotografisches Verständnis von der Welt.  Dem Kenner der „klassischen“ street photography wird auffallen, dass sich eine Vielzahl der gezeigten Bilder von der doch sehr konkreten Sichtweise eines Henry Cartier Bresson, Doisneau oder Walker Evans in eine abstraktere Sichtweise verschoben haben. Peter Schafer ist nur ein Beispiel, der seinen Bildern den bemerkenswerten Satz voranstellte „I love street photography. But I might hate it even more.“ Auch bei anderen steht offenbar nicht mehr die Perfektion bezüglich Schärfe und Belichtung im Vordergrund, sondern die Vermittlung von Gefühlen und Atmosphäre. (Chet Bak, Rui Correia, Roberto De Mitri u.a.)  Erfreulich ist auch, dass die Editorin des Magazins, Lara Kantardjian, die street photogphy, der sich das Collective verpflichtet fühlt, auch auf jene Bereiche erweitert hat, in denen der Mensch als bisher unverzichtbares Element der Straßenfotografie gar nicht auftaucht. Man sieht ihn nicht, weiß aber dennoch, dass er auch im Unsichtbaren Teil des Geschehens ist. Er hat seine Spuren in Straßen, Bauten und Umwelt hinterlassen (einige Bilder von Anton Novoselov).

Wie schon in den voran gegangenen Magazinen gibt es auch in der Nummer 4 einige Texte, in denen sich die Fotogafen und ihre Werke selbst vorstellen. Eine sehr amüsante Geschichte wusste mein Freund Bernard Jolivalt zu erzählen, dem es gelang, mehr zufällig an einer Pressekonferenz mit dem argentinischen Schriftsteller Jorge Luis Borges teilzunehmen. Um auch ein paar Fotos mit nach Hause nehmen zu können, hätte er  bei der herrschenden Beleuchtung ein Blitzlicht benötigt, das er aber nicht besaß. Wie er den anderen anwesenden Reportern das notwendige Licht stahl, sollten Sie selbst lesen.

The Analogue Street Collective Nr. 4, eine wirklich geldwerte Anlage für das häusliche Bücherregal.

Frieder Zimmermann