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Diesmal war es anders, Silvester in Köln. Und ich meine damit nicht nur die berüchtigte, angeblich „alles verändernd habende“ Silvesternacht 2015/2016, sondern auch alle anderen vorher im Schatten des Doms. Keine Raketen, keine Böller, keine Alkoholexzesse. Die Stadt hatte ihren Ruf als tolerante, fröhliche Feiermetropole wieder herzustellen. Er war vor einem Jahr gründlich in Verruf gekommen. In diesem Jahr sicherte eine große Polizeipräsenz den Raum um Dom und Bahnhof vor jedweden Übergriffen. Feuerwerk war verboten. Stattdessen hatte die Stadt den Lichtkünstler Philipp Geist eingeladen, seine Kunst zu zeigen. Seine Projektionen auf das Pflaster des Roncalliplatzes, die Mauern des Römisch- Germanischen Museums, des Domforums und Domhotels waren sehenswert. Schon lange vorher waren die Kölner aufgefordert worden, ihre Wünsche für das neue Jahr in einzelne Worte zu fassen, die auf diese Flächen projiziert wurden. Mehr noch, sie selbst wurden als Besucher plötzlich Reflektoren dieser Wünsche und symbolisierten somit die eigene Verantwortung an einer anderen, besseren, von Hoffnung getragenen Welt. Nein, die Atmosphäre am Dom war nicht so ausgelassen wie sonst, es war ruhiger und besinnlicher – vielleicht auch mal ganz gut so, nach einem Jahr wie dem vergangenen. Doch die politische Welt kreischt schon wieder. War es vor einem Jahr das Nichthandeln der Kölner Polizei, ist es heute das Gegenteil. Kaum ein Wort ist zu lesen über die Friedensbotschaft, die Köln mit ihrer einfallsreichen Lichtinstallation in die Welt schickte. Es scheint schwer zu sein, es allen Menschen Recht zu machen.

Ich wünsche den Lesern und Leserinnen meines Blogs alles Gute im neuen Jahr.

 

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